Geschlechterreflektierte Pädagogik

Glitzer-Prinzessin und Monster-Fighter

Vortrag oder Workshop für alle Zielgruppen

SalatfürPapaIn der Welt der Erwachsenen und im Beruf kämpfen wir gegen ungleiche Bezahlung und gläserne Decke, gegen Care Gap und Alltagssexismus, für eine geschlechtergerechte Gesellschaft. Aber wie nachhaltig können diese Entwicklungen sein, wenn wir sie nicht hineintragen in die Kinderzimmer? In der Spielwarenwelt werden Mädchen zunehmend auf Schönheit und Care-Arbeit reduziert, Lebensbereiche, aus denen Jungen ausgeschlossen werden: Puppenspiel und rosa Ü-Ei sind für sie tabu. Gendermarketing-FreundInnen schicken sie lieber in die Roboter-, Technik- und Actionwelten, denn „so sind sie eben“. Tatsächlich? Fakt ist: Söhne bekommen im Durchschnitt mehr Taschengeld und Töchter müssen auch in 2015 mehr im Haushalt helfen als ihre Brüder. Trotzdem sind Eltern und ErzieherInnen mehrheitlich davon überzeugt, Kinder „neutral“ zu erziehen.

Geht das überhaupt? Kann das überhaupt ein erstrebenswertes Ziel sein?

Zielgruppe:

Angesprochen sind nicht nur (Groß-)Eltern und pädagogische Fachkräfte, sondern Menschen aller Berufsgruppen. Wer über den Einkauf von Produkten entscheidet, sie ausstellt oder bewirbt, wer Texte schreibt, Bilder auswählt, Zielgruppen einteilt, in Teams arbeitet ist immer mit den eigenen, gelernten Zuschreibungen konfrontiert. Und oft ordnen wir Eigenschaften unbewusst aufgrund alter Rollenmustern zu, obwohl wir in der Diskussion darum überzeugt sind, längst weiter zu sein. Gemeinsam diskutieren wir Beispiele aus dem Alltag (Von Bildern, Plakaten und Werbespots, über Bücher, Filme und Spielzeug, zu alltäglichen Dialogen und Momenten im Austausch mit anderen) und finden heraus, in welcher Form Rollenklischees (unbewusst) weitergegeben werden und wie stattdessen eine Angebot aussehen könnte, das Erwachsenen wie Kindern die Wahlfreiheit lässt.

Aus dem Inhalt:

  • Einblick in den Stand der sogenannten „Geschlechterdebatte“
  • Gibt es (noch) Geschlechtstypisches – und was davon ist sozialisiert?
  • Welche Modelle und Vorbilder haben Einfluss auf die Entwicklung von Geschlechtsrollen?
  • Selbstreflexion über eigene, unbewusste Zuschreibungen.
  • Ideen, wie im Alltag mehr Wahlfreiheit für alle entstehen kann

Rahmen:

Als 1- bis 3-tägige Fortbildung, 3-stündiger Workshop oder als Vortrag- und Gesprächsabend von ca. 2 Stunden

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Angebot für pädagogische Fachkräfte

„Nicht 2 sondern 1000 Möglichkeiten“

Erzieher, Pädagoginnen, Fachkräfte in Kindertagesstätten, Familienzentren und Schulen sind ständig herausgefordert, die Lebenslagen von Mädchen und Jungen geschlechtssensibel zu berücksichtigen. Rollenbilder, geschlechterbezogene Erwartungen und Vorgaben anderer infrage zu stellen und mit Kindern zu thematisieren, ist zudem in den Bildungs- und Lehrplänen der Bundesländer festgeschrieben.

Was wir selbst mit männlichem Verhalten und weiblichen Interessen verbinden, wird vor allem dann deutlich, wenn Kinder sich entgegen den Erwartungen verhalten, wenn wir selbst oder andere sie als „untypisch“ erleben. Doch gleichzeitig gehört es für Kinder zur Entwicklung ihrer Geschlechtsidentität dazu, Vorbilder nachzuahmen und auch ins Extreme zu Schultüten-rosahellblausteigern, deshalb verhalten sich viele Mädchen und Jungen gerade im Vorschulalter besonders stereotyp.

  • Jungen zeigen sich im Schnitt aggressiver, bildungsferner und sozial auffälliger
  • Mädchen zeigen sich in der Regel bildungsnäher, lernfähiger und trotzdem mit weniger Selbstbewusstsein.

Zusätzlich erweckt das rosa-hellblaue Angebot der Spielwarenindustrie zunehmend den Eindruck, Jungen und Mädchen lebten in grundsätzlich unterschiedlichen Welten. Rosa Überraschungseier und Monstertee, Prinzessinnen-Shampoo und Astronautenbettwäsche suggerieren, dass Jungen und Mädchen ganz unterschiedliche Interessen haben und von Geburt an andere Fähigkeiten mitbringen. Ist das so oder übernehmen sie, was die Erwachsenenwelt ihnen anbietet und vorlebt?

>> Was lernen Jungen in Kita und Schule, dass sie im Beruf mehr Erfolg haben können, trotz schlechterer Schulleistungen?

>> Und was lernen Mädchen, das es ihnen erschwert, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im späteren Berufsleben um- und durchzusetzen?

Was also brauchen Jungen, die sich schwer an Gruppenregeln halten können, wie können Mädchen ermutigt werden, sich besser durchzusetzen? Welches Angebot ist hilfreich, welche Zusammenhänge gibt es zwischen frühen Interessen und späterer Berufswahl? Welche pädagogischen Projekte bieten sich an, um geschlechtsspezifische Einschränkungen auszugleichen und Jungen und Mädchen individuell nach Bildungsplan zu fördern.

Was Sie mitnehmen können (je nach Schwerpunkt und Dauer der Fortbildung):

  • Hintergrundwissen zur Entwicklung der Geschlechtsidentität, Stand der Forschung
  • Empfehlungen und Austausch über (Schul-)Bücher, Arbeits- und Spielmaterialien, Raumgestaltung
  • Austausch und Reflexion eigener Lehr- / Erziehungspraxis
  • Projekte mit Kindern, die Bildungsbereiche / Schulfächer und ihre Zuordnungen im Blick: Sprachen und Mathe, Lesen Lernen, Mathematik und Technik…
  • Informationen zum geschlechtersensiblen Sprechen
  • Eine neue Perspektive auf geschlechtliche Zuschreibungen
  • Ideen, wie im Alltag, in Gesprächen und Entscheidungen für andere mehr Wahlfreiheit entsteht.
  • Hilfen für die Elternarbeit und für geschlechtersensibles Arbeiten im Team
  • Innerhalb einer Doku der BBC zeigt ein Experiment (‚Do you stereotype children‚), wie sehr Erwachsene das Spiel von Kindern unbewusst beeinflussen, dass Jungen und Mädchen mit unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert werden. Unsere Vorträge und Workshops müssen zwar ohne Spielzeugteppich und Kleinkinder auskommen, aber mit vielen Beispielen, Bildern und Studien kommen wir in der gemeinsamen Diskussion zum selben Ergebnis und tauschen uns aus über Wege aus der Falle. Denn die greift ja nicht nur bei Spielzeug, sondern reicht in alle Bereiche des Alltags.Wir freuen uns auf Ihre Anfrage
    Wir bieten:

    • einen Workshop von 3 Stunden
    • eine 1-bis 3-tägige Fortbildung
    • oder einen Vortrag- und Gesprächsabend von ca. 2 Stunden

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    Mehr zum Thema:

    Die Rosa-Hellblau-Falle. Für eine Kindheit ohne Rollenklischees“ Schnerring / Verlan. Verlag Antje Kunstmann, München 2014.

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    Kontakt:

    Sie erreichen uns telefonisch unter 0228-71012000 oder per Email.

    geschlechtersensible Pädagogik, geschlechtergerechte Pädagogik, geschlechterneutrale, gendersensible Pädagogik